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Die Kaputtmacher

Einen teuren Druckerprototyp von einer hohen Plattform fallen zu lassen, mag nicht gerade wie eine kluge Nutzung von Ressourcen aussehen, gehört aber für Terry Baird und Laurian Dinca zur täglichen Arbeit. An einem normalen Tag würden sie den Prototyp anschließend vielleicht noch Elektroschocks unterziehen, in einem Ofen braten und danach in eine Kältekammer stecken. Das alles gehört zu den Tests, denen die LaserJet-Produkte von HP unterzogen werden, um Qualität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. 

„Wir führen verschiedene Stoßtests aus“, erklärt Baird, ein Testingenieur für Hardware bei HP. „Wir lassen die unverpackten Produkte fallen, um Schwachstellen zu finden, damit wir das Design verbessern und die beste Verpackung entwickeln können. Anschließend machen wir dasselbe mit den verpackten Produkten, um festzustellen, dass sie in gutem Zustand beim Kunden ankommen, auch wenn es beim Transport mal etwas rauer zugeht.“

Baird und Dinca gehören zum Team von Ingenieuren und Technikern des HP LaserJet Test Lab. Vor der Einführung eines neuen HP LaserJet-Modells unterzieht das Team einzelne Geräte umfassenden Umgebungs-, Konformitäts- und Zuverlässigkeitstests, um sie auf ihre Robustheit und Lebensdauer zu überprüfen. 

Die Umgebungs- und Zuverlässigkeitstests bestehen aus bis zu 22 verschiedenen Formen von Druckermisshandlung. Dazu gehört die Zerstörungsprüfung durch Stoß-, Vibrations-, Fall- und Drucktests sowie extreme Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Daneben werden die Drucker noch weiteren Tests unterzogen, die dazu dienen, ihre Konformität mit internationalen Rechtsnormen und Behördenvorschriften zu überprüfen. Hierzu gehören Vorschriften bezüglich elektrostatischer Entladung, Verursachung von und Empfindlichkeit gegenüber hochfrequentem Rauschen und Störungen, Empfindlichkeit gegenüber Stromausfällen und Überspannung sowie Lärm.

„Nicht alle Produkte stehen das durch. Bei den Mitarbeitern sind die Tests, die besonders viel Zerstörung anrichten, am beliebtesten“, beantwortet Baird die Frage nach der Zufriedenheit der Kollegen mit ihrem Job.

Arizona Road Test

„Wer einmal einen Rundgang durch unser Labor gemacht hat, der weiß, dass die Zuverlässigkeit eines HP LaserJet kein Zufall ist“, erklärt David Novak, Betriebsleiter des HP LaserJet Test Lab. „Wenn man die Schütteltische und Temperatur- und Akustikkammern gesehen hat, wird man den Aufwand und die Ressourcen zu schätzen wissen, die in die Untersuchung der unterschiedlichen Betriebsumgebungen und -bedingungen investiert werden.“

Ein Beispiel ist der Arizona Road Test. Dabei zirkuliert sehr feiner – und teurer – Laborstaub durch eine Kammer mit dem Prototyp. Diese Kammer kommt dann in eine weitere Klimakammer, wo sie extremen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt wird.

„Die Menge der Staubpartikel in der Luft variiert von Ort zu Ort erheblich. Daher müssen wir Untersuchungen im Bereich von Mikropartikeln anstellen, so dass unsere Kunden ihre Produkte problemlos auch unter den härtesten Umgebungsbedingungen nutzen können.“

Lebensdauertests über das normale Leben hinaus

Lebensdauertests sind weniger zerstörerisch, aber dafür womöglich noch anspruchsvoller. Dabei werden Drucker, Scanner und Multifunktionsgeräte mit den verschiedensten Medien über einen Zeitraum getestet, der mindestens 1,5-mal länger ist als ihre normale Lebensdauer. So werden die Zuverlässigkeit des Papiertransports, die Lebensdauer und die Verschleißeigenschaften geprüft.

Laurian Dinca, ein HP-Zuverlässigkeitsingenieur mit Doktortitel in Nukleartechnik, erklärt, dass bei den Tests eine große Zahl unterschiedlicher Medien aus verschiedenen Regionen verwendet werden. „Insgesamt verwenden wir 224 Papiersorten von bedeutenden Herstellern aus den USA, Europa und Asien. Außerdem testen wir Tausende von Konfigurationen, um die Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit des Produkts in Kundenumgebungen zu untersuchen“, so Dinca. 

Bei diesen Tests werden jeden Monat bis zu sieben Millionen Seiten gedruckt – auf einem Stapel ergäbe das einen Turm, der sechsmal höher wäre als das Empire State Building. Jede Seite wird überprüft und anschließend recycelt. 

Das ist eine enorme Papiermenge, doch Novak gibt zu Bedenken, dass HP Millionen von Druckern verkauft: „Durch Probleme bei unseren Kunden wie Papierstaus oder schiefe Ausdrucke würde erheblich mehr Papier verschwendet werden, als bei unserer internen Entwicklung anfällt.“ 

Das zentrale Ziel dieser Tests, betont Novak, sei es schließlich, Produkte anzubieten, die sich in einem größtmöglichen Spektrum an Betriebsumgebungen bewähren – selbst wenn diese als grotesk erscheinen.


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