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Indigo ist mehr als ein Blauton. Indigo ist ein Farbsatz, der den professionellen Drucksektor völlig verwandeln wird. Anstelle teurer und komplizierter Offsetlithographie bietet das Druckverfahren von HP Indigo Press eine unkomplizierte Alternative, die sich hervorragend für Digitaldrucklösungen mit Offsetqualität für benutzerangepasste On-Demand-Veröffentlichungen eignet.

Anfänge

Der HP Labs-Forscher Eric Hanson wirkte bei der Entwicklung der Thermo-Inkjet-Technologie mit und war dabei, als sie sich zu einem viele Milliarden schweren Geschäft mauserte. Er erlebte auch, wie HP beim Laserdruck marktführend wurde. Es war an einem sonnigen Nachmittag in Israel 1999, als er den nächsten großen Erfolg in der HP-Drucktechnologie kommen sah.

Zu der Zeit unterhielten sich die Ingenieure von Indigo N.V. über ein einzigartiges Druckverfahren, bei dem mithilfe digitaler Technologie On-Demand-Drucke in hoher Qualität mit einem Bruchteil der Kosten des traditionellen Offsetdruckverfahrens erzeugt werden könnten.

Wenig später kam es zwischen den beiden Unternehmen zu einer Zusammenarbeit (mit späterer Übernahme von Indigo durch HP) und sie begannen, die Technologie von Indigo mit den digitalen Farbdrucksystemen von HP zusammenzuführen. Das Ziel: den professionellen Drucksektor vollständig digital und onlinefähiges zu machen.

Die erste Druckmaschine mit dieser innovativen HP Labs-Technologie kam vor einem Jahr heraus: HP Indigo Press 5000. Verbessert wurden Papierführung, Farbverwaltung und Abfallreduzierung. Bei den neueren Generationen soll es zu weit mehr Verbesserungen kommen.

Langfristig sollen so viele Indigo-Abläufe wie möglich automatisiert und damit kostengünstiger gemacht werden, gleichzeitig sollen Druckgeschwindigkeit und Bildqualität erhöht und der Druckvorgang vereinfacht werden.

Einzigartige Technologie

Derzeit ist das Offsetdruckverfahren Branchenstandard für hochwertige professionelle Druckerzeugnisse. Das Team von Indigo ist jedoch optimistisch, dass ihre Digitaltechnologie voran gebracht werden und das Offsetverfahren übertreffen kann.

Die einzigartige Technologie von Indigo, die Liquid Electrophotography (oder LEP, flüssiges elektro-photographisches Verfahren) kombiniert digitale Laserbildbearbeitung, feinste Tintenpartikel und ein flüssiges Beförderungssystem, um Drucke zu erzeugen, die an die Qualität von Offsetdrucken herankommen. Als Beispiel für die Indigo-Qualität sehen Sie sich folgende Website an: (kostenlose Karte in Echtfarben bestellen). Die hier gezeigten Abbildungen von Weltkulturerbestätten wurden mit Indigo-Technologie in Zusammenarbeit mit der UNESCO erstellt.

Da das System digital arbeitet, können On-Demand-Druckaufträge kostengünstiger als im Offsetverfahren ausgeführt werden. Auch Druckqualität und -geschwindigkeit können dem Offsetverfahren Konkurrenz machen, da flüssige Druckfarbe eingesetzt wird. Wie urteilt die Branche?

Die angesehenen Sachverständigen für Publikationssysteme von The Seybold Report im Juli 2005: „Viele Druckerhersteller behaupten, dass ihr Material entweder ‚Offsetqualität’ oder ‚annähernde Offsetqualität’ liefern kann. Diese Behauptung ist auch im Marketing von HP zu finden. Im Falle des Indigo 5000 würden wir zustimmen.“

Es geht vorwärts

Doch die LEP-Technologie stellt ihre Herausforderungen. Zum einen müssen viele Elemente wie Material, mechanische Einstellungen, Stromspannungen und Temperatur genau auf die richtige Art und Weise kombiniert werden. Das heißt Arbeit für den Druckereiarbeiter, der außerdem sich außerdem um Papierstaus, Monitordruckqualität, Druckmaschinenwartung usw. kümmern muss.

Als HP Indigo zum ersten Mal unter die Lupe nahm, gab es allein am Papiereinzug 30 verschiedene Einstellungen. Zunächst galt es, die Bedienung zu verbessern und damit die Kosten der Druckmaschinen zu senken.

Zu den von HP Labs eingeführten Innovationen gehören Technologien, die es den Bedienern der Druckmaschinen erleichtern, laufende Arbeiten und gedruckte Seiten regelmäßig zu überwachen und zu kontrollieren. Außerdem wurden Funktionen entwickelt, mit denen Kunden Druckgeschwindigkeit und Druckqualität flexibel aufeinander abstimmen konnten, um die Ergebnisse zu optimieren.

Know-how für prächtige Farben

HP Labs hat auch die Farbverwaltung leichter steuerbar gemacht: Durch Zusammenarbeit mit dem International Color Consortium (ICC) wurden Standards für die Farbkommunikation festgelegt und verbessert.

Bisher hat etwa ein Grafikdesigner, der an einem Zeitschriftentitelbild arbeitete, einen Proof erstellen lassen und diesen zur Druckerei gebracht, wo ein Druckereiarbeiter die Druckmaschine solange anpassen musste, bis der Kontrollabzug der Korrekturfahne des Grafikers entsprach.

Heute dagegen, wo Marketing-Materialien stärker auf individuelle Kunden abgestimmt werden und größerer Bedarf an On-Demand-Druck besteht, ist ein solch spezialisiertes Verfahren zu kostspielig. Stattdessen sollte der Grafikdesigner die Möglichkeit haben, sein Bild zu entwerfen, den Proof für den Entwurf selbst auf seinem HP DesignJet zu testen, ihn per E-Mail an den Drucker zu schicken – und sich darauf verlassen können, dass das Endprodukt dem Entwurf entspricht. Das ICC-System für Farbverwaltung ist jetzt, teils dank dem führenden Fachwissen von HP-Forschern, dazu imstande.

Was steht noch an?

Zu Beginn der Zusammenarbeit von HP und Indigo kostete es die Techniker viel Zeit, zu entscheiden, in welche Richtung die technologischen Entwicklungen gehen sollten.

Während beachtliche Fortschritte erzielt wurden, wird noch immer an der Traummaschine gearbeitet. Bei HP arbeitet eine eigene technische Abteilung konzentriert an der Entwicklung eines digitalen Drucksystems, das nicht nur andere digitale Druckmaschinen, sondern auch das Offsetverfahren schlagen soll.

„Soweit sind wir noch nicht ganz“, meint Hanson. „Aber wir denken, das kriegen wir hin.“


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